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Jedes fünfte Medikament falsch eingenommen

Arzt und Patient haben oft eine unterschiedliche Auffassung darüber, wie wichtig ein Medikament ist. Das führt dazu, dass fast jedes fünfte Arzneimittel falsch eingenommen wird. Zu diesem Ergebnis kamen französische Wissenschaftler von der Université Paris Descartes. Sie hatten 128 Patienten und ihre Ärzte zur Wichtigkeit von 498 verordneten Medikamente und Therapietreue befragt. Dabei stellte sich heraus, dass 94 (18,9 Prozent) der von Ärzten als wichtig eingestuften Medikamente (meist Herz-/Kreislauf-Mittel, Antidiabetika und Mittel gegen Atemwegserkrankungen) nicht korrekt eingenommen worden waren. In jedem zweiten Fall geschah dies mit purer Absicht: So gaben die Patienten unter anderem an, dass es ihnen ohne die Tabletten besser ginge. Weitere Gründe waren Angst vor Nebenwirkungen, die hohe Zahl verordneter Medikamente sowie Zweifel an der Wirksamkeit. (Annals of Family Medicine/Ärztezeitung)