Eine Konjunktivitis ist
oft harmlos, kann aber auch auf eine ernsthafte Augenerkrankung hindeuten. Bei
Verdacht den Augenarzt aufsuchen
Rötungen, Jucken, Brennen und ein Fremdkörpergefühl im Auge:
Eine Bindehautentzündung ist die häufigste Augenerkrankung. Sie entsteht, wenn
die Bindehaut an der Innenseite der Augenlider und dem weißen Bereich des Augapfels
auf einen Entzündungsreiz mit vermehrter Blutfülle sowie Absonderungen von
Eiweißstoffen und weißen Blutkörperchen aus den Gefäßen reagiert. Dadurch kommt
es zum typischen „roten Auge“ mit Schwellungen sowie Schleimabsonderungen und
morgendlichem Verkleben. Zudem können die Augen tränen, lichtscheu sein und
schmerzen. „Da die Hornhaut anschwellen kann, kommt es mitunter auch zu einer
vorübergehenden Beeinträchtigung des Sehvermögens“, erklärt Dr. med. Georg
Eckert, Pressesprecher des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands.
Verschiedene Ursachen
Auch wenn die Symptome annähernd gleich sind: Eine
Bindehautentzündung kann zahlreiche verschiedene Ursachen haben: Neben Allergien
durch Pollen, Hausstaub oder Kosmetika kommen als Auslöser auch Umweltreize wie
Staub, Rauch oder Zugluft und ein „trockenes Auge“ (insbesondere bei älteren
Patienten) infrage. Eine Bindehautentzündung ist häufig auch Folge einer
Infektion durch Bakterien, Pilze oder Viren. Vorsicht: Eine virusbedingte
Bindehautentzündung durch Herpesviren oder Adenoviren im Rahmen von Erkältungen
ist ansteckend. Reibt man an den Augen, weil es juckt, können die Erreger über
die Hände leicht an andere Menschen weitergegeben werden. Das Tückische an der
Infektion: Sie kann nicht nur die Bindehaut, sondern auch die Hornhaut
befallen!
Sicherheitshalber zum Augenarzt
Mitunter verbirgt sich hinter einer vermeintlich „harmlosen“
Bindehautentzündung auch eine schwerwiegende Augenerkrankung, wie z. B. eine Entzündung
der Gefäß- und Regenbogeninnenhaut (Uveitis) oder ein Glaukom (Grüner Star).
„Daher sollte man bei Verdacht auf eine Bindehautentzündung sicherheitshalber
immer einen Augenarzt aufsuchen. Er kann auch die Ursache genau feststellen und
eine entsprechende Behandlung veranlassen“, rät Dr. Eckert. Bleibt die
Entzündung länger als 24 Stunden unbehandelt oder wird sie in Eigendiagnose
falsch behandelt, besteht die Gefahr irreparabler Augenschäden.
Schnelle Hilfe durch Augentropfen
Dank moderner Medikamente ist eine Bindehautentzündung gut
behandelbar. Bei Entzündungen durch Bakterien werden in der Regel antibiotikahaltige
Augentropfen eingesetzt. Bei virusbedingten Entzündungen wirken
schleimhautabschwellende Augentropfen und bei Allergien spezielle antiallergische
Präparate lindernd. Bei akuten Beschwerden genügt es meist, entsprechende
Augentropfen bis zum Abklingen der Symptome 2- bis 3-mal am Tag anzuwenden.
Leichtere Beschwerden infolge „trockener Augen“ werden mit künstlichen Tränen
behandelt.
Das können Sie selbst tun:
- Auch wenn es schwer fällt: Vermeiden Sie, an den Augen zu reiben.
„Damit werden die Beschwerden nur noch schlimmer“, so Dr. Eckert.
- Besser: Zur Beruhigung kühlende Umschläge anwenden. Vorsicht
vor Kamille-Aufgüssen: Sie rufen bei vielen Menschen Allergien hervor.
- Bei infektiöser Bindehautentzündung auf Hygiene achten:
häufig Hände waschen (eigenes Handtuch verwenden!) und Körperkontakt meiden.
Zum Trocknen des Auges Einwegtaschentücher benutzen.
Erscheinungsdatum: 02.12.2011
Ausgabe: MM-24-11
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