Fast jeder zweite Pollenallergiker leidet unter einer Kreuzallergie.
Hierbei handelt es sich um eine Überempfindlichkeit auf bestimmte
Nahrungsmittel, die botanisch eng mit der Pollenart verwandt sind.
Fast jeder zweite Pollenallergiker leidet unter einer Kreuzallergie.
Hierbei handelt es sich um eine Überempfindlichkeit auf bestimmte
Nahrungsmittel, die botanisch eng mit der Pollenart verwandt sind. So
kann es bei einer Allergie gegen Baumpollen zu Reaktionen auf Stein-
und Kernobst, Nüsse, Sellerie, Karotten, Tomaten, Paprika, Anis oder
Curry kommen. Gras- und Getreidepollenallergiker vertragen dagegen
häufig kein Getreide und Mehl. Bei Kräuterpollen wie beispielsweise
Beifuss können gleichzeitig Allergien gegen Gewürze, frische Kräuter,
Kräutertees oder Kosmetika auftreten. Wie Hautärzte der Universität
Leipzig kürzlich berichteten, können Birkenpollenallergiker zudem auf
bestimmte Sojaprodukte allergisch reagieren. Besonders kritisch sind
Eiweißpulver und Getränke mit Sojaproteinisolat – einem konzentrierten
Auszug aus der Sojabohne (s. hierzu a. Medical Mirror 8/06).
Die Kreuzreaktionen machen sich zumeist als Kratz- oder Juckreiz am
Gaumen und Rachen oder Schwellung der Mundschleimhaut bemerkbar. Sie
können sofort oder auch erst einige Zeit nach dem Genuss der
betreffenden Lebensmittel in Erscheinung treten. In seltenen Fällen
kommt es zu asthmatischen Beschwerden oder einem anaphylaktischen
Schock. Umso wichtiger ist, dass Pollenallergiker über mögliche
Kreuzreaktionen informiert sind. Wer die kritischen Nahrungsmittel
kennt, sollte sie am besten von vornherein meiden. Aber auch durch
Bearbeitung lässt sich ihr Allergen-Potenzial verringern. Nachfolgend
einige Ernährungstipps für Betroffene:
- Bevorzugen Sie Nahrungsmittel mit geringem Allergen-Potenzial: Dazu
gehören bei Obst Beeren und Zitrusfrüchte, bei Gemüse Salate,
Salatgurke und gekochtes Gemüse wie Aubergine, Brokkoli, Kohl,
Kartoffeln, Paprika, Prinzessbohnen, Spinat, Spargel oder Zucchini.
Getreide-Allergiker können zumeist Buchweizen, Schmelzhaferflocken,
geschälten Reis, Knäckebrot und Sauerteigbrot gut vertragen. Bei Nüssen
gelten Pekan- und Kokosnüsse und bei Gewürzen Ingwer, Lorbeer,
Muskatnuss, Nelken, Zimt und getrocknete Kräuter wie Majoran, Rosmarin,
Salbei und Thymian als unproblematisch. - Kritisch sind für betroffene Allergiker insbesondere rohes Obst,
Obstsäfte, Müsli oder Körnerbrötchen. Durch Kochen (mindestens drei
Minuten) kann das Allergen-Risiko insbesondere von Obst und Gemüse
gemindert werden. Ähnliches gilt für Kompott und Konservenwaren. Auch
gut durchgebackenes Misch- oder Vollkornbrot und Brot aus sehr fein
gemahlenem Getreide wirkt nach dem Ausbacken weniger allergen.
- Wer Beschwerden nach dem Genuss von Äpfeln bekommt, sollte es mit
leicht unreifen Früchten versuchen, da diese oft besser vertragen
werden als sehr reifes Obst. Auch alt-deutsche Sorten (z. B.
Berlepsch Boskop, Gravensteiner, Gloster) bereiten meist seltener
Probleme als neue Züchtungen (z. B. Cox, Delicious, Granny, Jonagold,
Braeburn)
- Damit kein Vitamin- und Mineralienmangel entsteht, auf eine
ausreichende Versorgung mit Milch, Milchprodukten, Fleisch, Fisch und
Eiern achten.
- Bei Fertiggerichten kann es aufgrund der verschienenen Inhaltsstoffe
besonders häufig zu allergischen Problemen kommen. Lesen Sie daher die
Deklaration auf der Verpackung ganz genau. Allerdings sind nicht immer
alle Zutaten vollständig angegeben. Hier hilft im Zweifelsfall nur der
Verzicht.
Erscheinungsdatum: 28.04.2006
Ausgabe: MM-09-06
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