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Frühlingsfit mit Wildkräutern

Frühlingsfit mit Wildkräutern

Brennnessel, Löwenzahn und Co. enthalten viele wertvolle Nährstoffe, bringen den Stoffwechsel in Schwung und lindern zahlreiche Beschwerden

Lange Zeit galten sie als „Unkräuter“. Inzwischen werden Wildkräuter als Kostbarkeiten der Natur zunehmend geschätzt – zu Recht: Die an Wegrändern, Flussufern, im Wald oder auf Wiesen wachsenden Pflanzen sind wahre Nährstoffbomben und enthalten oft mehr Vitamine und Mineralstoffe als herkömmliche Salat- und Gemüsesorten. Zudem wirken viele von ihnen entwässernd, blutreinigend und stoffwechselanregend – ideal für eine Frühjahrskur!

Wildkräuter lassen sich in der Küche vielseitig als Salat, Gemüse, Suppenzutat oder Gewürz einsetzen. Aus einigen Sorten kann man auch einen Tee zubereiten oder ein Naturheilmittel für die äußere Anwendung herstellen. Weiterer Vorteil: Das Sammeln (s. a. Tipps nächste Seite) macht Spaß und kostet nichts. Alternative: Die Kräuter auf dem Markt oder in einem Gemüsegeschäft kaufen. Nachfolgend sieben besonders gesunde Wildkräuter:

Bärlauch: Der „Waldknoblauch“ ist Delikatesse und Heilmittel zugleich. Seine schwefelhaltigen Substanzen verbessern die Fließeigenschaften des Blutes, wirken leicht gefäßerweiternd, senken Blutdruck und Blutfettwerte und können einer Gefäßverkalkung vorbeugen helfen. Anwendung: Blätter in Salate, Brotaufstriche, Suppen oder Saucen geben. Sie können gekocht wie Spinat verwendet werden. Nicht zulange erhitzen, da sonst die positiven Eigenschaften verloren gehen. Bärlauch-Essenz hilft, tropfenweise eingenommen, bei Verdauungsproblemen und Husten. Hierzu kleingeschnittene Blätter zerstampfen, mit 1 l Korn aufgießen und 3 Wochen an einen warmen Platz stellen. Danach Flüssigkeit abseihen und in kleine Flaschen füllen. Alternative: Frischblatt-Granulat oder -kapseln einnehmen (in Apotheken, Reformhäusern). Vorsicht: Bärlauch wird leicht mit dem giftigen Maiglöckchen verwechselt! Am besten ein Blatt zwischen den Fingern zerreiben. Bei intensivem Knoblauchgeruch handelt es sich eindeutig um Bärlauch.
 
Brennnessel: Schon in der Antike wurde sie als wassertreibendes Mittel bei Gelenkbeschwerden geschätzt. Auch heute ist sie aus der Naturheilkunde nicht mehr wegzudenken. Zu verdanken ist dies den zahlreichen wertvollen Inhaltsstoffen, darunter Gerbstoffe, Mineralien, Vitamine und Kieselsäure. Anwendung: Aus jungen, frischen Brennnesselblättern (sie enthalten noch kein brennendes Nesselgift) lässt sich ein vitaminreicher Salat zubereiten. Sie können auch bei Blasenentzündung, Prostata- und Rheumabeschwerden, Erschöpfung und Frühjahrsmüdigkeit eingesetzt werden. Pro Tasse Tee 1-2 TL getrocknetes Kraut mit kochendem Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Ein paar Wochen lang über den Tag verteilt mehrere Tassen trinken. Hinweis: In seltenen Fällen kann Brennnesselwurzel zu Magen-Darm-Problemen führen. Nicht bei Wassereinlagerungen (Ödemen) infolge eingeschränkter Herz- und Nierenfunktion einsetzen.

Brunnenkresse: Entdecken Sie die dunkelgrünen herzförmigen Blätter an Bachufern und auf feuchten Wiesen: Greifen Sie zu! Sie schmecken ähnlich wie die Gartenkresse senfartig scharf und sind besonders reich an Vitamin C. Brunnenkresse wirkt blutreinigend und harntreibend. Bereits im Mittalter setzten Heilkundige die Blätterkresse bei Hautproblemen und Erkrankungen der Atemwege ein. Anwendung: Brunnenkresse in der Küche am besten frisch verwenden (auf Butterbrot, im Quark oder Kartoffelsalat), da sie sonst Vitamin C verlieren. Bei Darmträgheit 2 TL Blätter mit 250 ml Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Morgens auf nüchternen Magen trinken. Bei Altersflecken Pflanzensaft mit Honig mischen, auftragen und 1 Std. einwirken lassen. Eine mehrwöchige Kur mit Frischpflanzenpresssaft (Apotheke, Reformhaus) eignet sich gut für Reinigungskuren.

Gänseblümchen: Die weißen Blütenblätter sind zum Abzupfen und Liebes-orakel befragen eigentlich viel zu schade, denn: Ihre Inhaltsstoffe wirken schleimlösend, blutreinigend und entwässernd. Außerdem ist das Tausendschönchen ein gutes Mittel bei Hautproblemen und Beschwerden der inneren Organe (z. B. Leber, Galle). Anwendung: Für einen Tee 1 TL getrocknete oder 3 TL frische Blüten mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen. Bei Hautunreinheiten den abgekühlten Tee mit einem Wattebausch auf die Gesichtshaut tupfen. Tipp: Gesund und dekorativ zugleich: ein paar Blüten auf den Salat streuen.

Löwenzahn: Die „Pusteblume“ wurde schon in der Volksmedizin als Heilpflanze gegen Gelbsucht eingesetzt. Inzwischen weiß man: Löwenzahn wirkt harntreibend, stoffwechselanregend und blutreinigend. Zudem kann der hohe Anteil an Bitterstoffen (Taraxinen) die Gallensekretion erhöhen und die Magensaftproduktion steigern. Anwendung: Aus jungen Löwenzahnblättern (enthalten dreimal mehr Vitamin C als Kopfsalat!) einen Salat zubereiten oder unter andere Salate mischen. Für eine Frühjahrskur 4 - 6 Wochen lang täglich Frischpflanzenpresssaft einnehmen. Bei Appetitlosigkeit 30 Minuten vor den Mahlzeiten 1 Tasse Löwenzahntee trinken (pro Tasse 1 TL getrocknete Blätter oder Wurzel verwenden). Bei Blähungen oder Völlegefühl wirkt ein Tee nach den Mahlzeiten lindernd. Vorsicht: Bei einer Entzündung oder Verschluss der Gallenwege Löwenzahn nicht einnehmen.

Sauerampfer: Nomen est Omen: Seine dunkelgrün glänzenden und lanzenartigen Blätter schmecken stark säuerlich, sind aber besonders reich an Mineralstoffen und Vitamin C. Seine Gerbstoffe schützen Leber und Galle. Anwendung: Am besten die noch jungen Blätter mit anderen, milden Wildkräutern oder Petersilie mischen. Sauerampfer schmeckt klein gehackt auf Brot, in Saucen und Suppen und lässt sich wie Spinat zubereiten. Fertigarzneimmitel mit Sauerampfer wirken schleimlösend und entzündungshemmend bei Erkältungen. Vorsicht: Nierenstein-Patienten sollten Sauerampfer wegen des hohen Oxalsäure-Gehalts meiden. Auch Kinder sollten nur geringe Mengen zu sich nehmen (Gefahr von Erbrechen, Durchfällen).

Vogelmiere: Von vielen Hobbygärtnern als „Unkraut“ verflucht, kommt die Pflanze mit ihren kleinen weißen sternförmigen Blüten ganzjährig fast überall vor. Die Blätter enthalten viel Vitamin C und Mineralien wie  Kalzium, Magnesium, Phosphor oder Kupfer. Pfarrer Kneipp schätzte ihre schleimlösende und verdauungsfördernde Wirkung und empfahl sie zur Genesung nach Krankheiten. Anwendung: Die Blätter können roh in Salate oder Joghurts gegeben oder mitgekocht werden (schmecken ähnlich wie junge Maiskolben oder Erbsen ). Bei Rheuma und Gliederschmerzen 1 Handvoll Vogelmiere auf einem sauberen Tuch zerstampfen, bis der Saft austritt und 20-30 min. auf die schmerzende Stelle legen.

Tipps zum richtigen Umgang mit Wildkräutern

  • Sammeln Sie nur Kräuter, die Sie eindeutig (evtl. mit Hilfe eines Buches) bestimmen können. Viele Naturschutzvereine, Heilpraktiker oder Apotheker bieten Wildkräuterführungen an.
  • Ernten Sie Wildkräuter möglichst am Vormittag, da die Kräuter dann am saftigsten sind.
  • Nur intakte Pflanzen ohne Flecken oder angefressene Stellen auswählen. Tipp: Mit Messer oder Schere die Kräuter vorsichtig abschneiden.
  • Zum Schutz vor den Eiern des Fuchsbandwurms beim Sammeln bevorzugte Reviermarkierungsstellen (Hügelkuppen, Felsen, Baumstümpfe, Wegkreuzungen) meiden und das Sammelgut gründlich abwaschen.
  • Die Pflanzen möglichst noch am gleichen Tag verarbeiten.

Erscheinungsdatum: 12.03.2010  Ausgabe: MM-05-10

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