Während gesunde Menschen den Frühling herbeisehnen, beginnt für die
rund 16 Prozent Pollenallergiker hierzulande wieder die Leidenszeit.
Die Allergenkarenz, also das Meiden der Pollen, gilt als die beste
Behandlungsmethode. Doch die Umsetzung im Alltag ist schwierig, zumal
die Pollen kilometerweit durch die Luft fliegen können. Zwar sind
Allergie-Medikamente heutzutage viel wirksamer und verträglicher als
noch vor einigen Jahren. Das gilt auch für die spezifische
Immuntherapie (Hyposensibilisierung) mit Spritzen, Tropfen oder – seit
kurzem – Tabletten (wir berichteten), bei der der Patient das jeweilige
Allergen in allmählich steigender Dosierung erhält, um ihn so gegen die
Pollen unempfindlich zu machen. Alle schulmedizinischen
Therapien haben jedoch einen Nachteil: Sie beziehen nicht den gesamten
Menschen in die Behandlung mit ein.
Während gesunde Menschen den Frühling herbeisehnen, beginnt für die rund 16 Prozent Pollenallergiker hierzulande wieder die Leidenszeit. Die Allergenkarenz, also das Meiden der Pollen, gilt als die beste Behandlungsmethode. Doch die Umsetzung im Alltag ist schwierig, zumal die Pollen kilometerweit durch die Luft fliegen können. Zwar sind Allergie-Medikamente heutzutage viel wirksamer und verträglicher als noch vor einigen Jahren. Das gilt auch für die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) mit Spritzen, Tropfen oder – seit kurzem – Tabletten (wir berichteten), bei der der Patient das jeweilige Allergen in allmählich steigender Dosierung erhält, um ihn so gegen die Pollen unempfindlich zu machen.
Alle schulmedizinischen Therapien haben jedoch einen Nachteil: Sie beziehen nicht den gesamten Menschen in die Behandlung mit ein. „Gerade bei Heuschnupfen-Patienten ist es wichtig, auch seine Allgemein-Situation mit zu berücksichtigen. So weisen viele Betroffene zusätzlich Kreislaufprobleme oder bestimmte psychische Strukturen auf“, sagt Dr. med. Renate Glamser aus Hechingen. Die Diplom-Biologin und Ärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren hat eine spezielle biologische Heuschnupfenbehandlung entwickelt. „Zwar lässt sich der bei Allergien zugrunde liegende Gen-Defekt nicht reparieren. Doch in 80 Prozent der Fälle gelingt es, das aus dem Gleichgewicht geratene Immunsystem wieder zu stabilisieren.“ Viele Patienten benötigen so schon nach kurzer Zeit weniger Medikamente und können langfristig ganz darauf verzichten. Als Mittelwert für einen chronischen Heuschnupfen gilt eine Behandlungsdauer von etwa einem Jahr. Wie schnell die Therapie anschlägt, ist jedoch sehr unterschiedlich und hängt immer vom jeweiligen Patienten ab, betont die Medizinerin. Folgende Behandlungsansätze sind Bestandteile der von Dr. Glamser entwickelten „biologischen Impfung“ bei Heuschnupfen:
Homöopathika: Bei einer Pollenallergie milderer Ausprägung sind zu Beginn der Behandlung pflanzlich-biologische bzw. allergiespezifische homöopathische Heilsubstanzen sinnvoll, die auf den Anfang der allergischen Reaktionskette zielen. Langfristig können so Dysharmonien des Immunsystems beseitigt und die überschießende Reaktion normalisiert werden. Bewährt haben sich u. a. Galphimia glauca, Sanguinaria (Blutwurz), Acidum formicicum (Ameisensäure), Acidum fumaricum (Fumarsäure) und Histamin-Nosoden. Neben geeigneten Einzelsubstanzen bieten sich auch allergiespezifisch reine Pflanzenmischungen mit Ceanothus americanus (Seckelblume), Cinchona succiruba (Chinarinde) und Echinacea Echinacin) an. Grund: Sie stimulieren die Aktivität der T-Lymphozyten und unterstützen das Immunsys-tem. Wichtig: Homöopathika (Globuli, Tropfen oder Injektionen) sollten von der Art des Mittels und der Potenz her stets auf den Patienten abgestimmt sein. Dr. Glamser empfiehlt daher, vom Arzt oder Heilpraktiker immer erst eine ausführliche Diagnose erstellen zu lassen, bevor man sich entsprechende Präparate aus der Apotheke besorgt.
Besteht die Pollenallergie bereits über mehrere Jahre, gibt es zusätzlich weitere Behandlungsmöglichkeiten:
Orthomolekulare Medizin: Aus Sicht der orthomolekularen Medizin (griechisch: „orthos" = richtig) kann das bei Krankheiten bestehende biochemische Ungleichgewicht im Körper durch gesunde Ernährung sowie Elektrolyte, Spurenelemente, essenzielle Aminosäuren, Peptide, Poteine, ungesättigte Fettsäuren, Vitamine und Spurenelemente in entsprechender Dosierung wieder ausgeglichen werden. Im Falle von Heuschnupfen können so die Entzündungsprozesse gelindert oder beseitigt werden. (s. a.: Auch Vitamine und Mineralstoffe können helfen)
Umstimmungstherapien: Durch Behandlung mit Eigenblut- bzw. Eigenharn werden zahlreiche Entgiftungs- und Abwehrmechanismen im Körper aktiviert. Die Therapie dient so als eine Art körpereigenes Immunstimulanz, das die Heuschnupfenbehandlung sinnvoll unterstützen kann.
Chinesische Akupunktur: Bei vielen Pollenallergikern ist häufig gleichzeitig der körpereigene Energiefluss vermindert oder fehlgeleitet. Mit Hilfe der chinesischen Akupunktur können organspezifische Energieleitbahnen (Meridiane) und Akupunktur-Reizpunkte gezielt beruhigt oder angeregt werden. Folge: Die gestörten Abwehrzellen werden positiv gereizt und Beeinträchtigungen im Immunstoffwechsel schneller korrigiert.
Wie bei der „klassischen“ Hyposensibilisierung ist es ideal, die biologische Heuschnupfenbehandlung in der allergenarmen Zeit, also rechtzeitig vor der eigentlichen Pollensaison, zu beginnen. „Doch auch in der Akutphase ist es möglich, die Symptome schnell spürbar zu lindern“, erklärt Dr. med. Renate Glamser. Wichtig zu wissen: Leichte Reaktionen sind keine unerwünschten Nebenwirkungen, sondern sogar zum Teil gewollt. „So zeigt z. B. eine leichte Rötung nach einer Spritze mit Ameisensäure, dass das Mittel anschlägt.“ Die Ärztin rät jedoch, bei einer ganzheitlichen Heuschnupfenbehandlung unbedingt auf die Erfahrung des Therapeuten zu achten. Adressen von qualifizierten Ärzten bieten u. a. der Zentralverein der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin (ZAEN) e. V www.zaen.de und der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) www.dzvhae.com.
Auch Vitamine und Mineralstoffe können helfen Viele Heuschnupfen-Patienten leiden unter einem Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Auch Studien belegen, dass durch Einnahme bestimmter Nährstoffe Heuschnupfen-Symptome gelindert werden können. Tipp: Sprechen Sie eine Einnahme am besten mit dem Arzt oder Heilpraktiker ab. Vor allem folgende Substanzen sind einen Versuch wert:
Vitamin C: Es stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern verringert auch die Ausschüttung des für die Beschwerden verantwortlichen Botenstoffs His-tamin. Tipp: Da Vitamin C wasserlöslich ist und so hohe Mengen über den Urin wieder ausgeschieden werden, bei akuten Beschwerden 2- bis 3-mal ein Vitamin C-Präparat einnehmen (insgesamt 1 bis 3 g/Tag). Zur Vorbeugung genügt eine Dosierung von einmal täglich 500 mg. Zink: Zink kann nicht nur die Freisetzung von Histamin hemmen, sondern scheint auch eine schleimhautabschwellende Wirkung zu besitzen. Tipp: Bevorzugen Sie ein Präparat mit Zink-Histidin oder -Gluconat (Dosierung zwischen 10 und 30 mg), da diese organischen Zinkverbindungen vom Körper besser aufgenommen werden als anorganische Formen. Magnesium und Kalzium: Magnesium kann die allergischen Symptome ebenfalls spürbar vermindern. Zusätzlich kann Kalzium die Mastzellen stabilisieren, sodass sie weniger Histamin ausschütten. Tipp: Da Magnesium und Kalzium zusammenspielen, sollten sie stets zusammen eingenommen werden. Wichtig ist jedoch das richtige Verhältnis der beiden Mineralstoffe von 1 zu 2 (z. B. 400 mg Magnesium und 800 mg Kalzium), da ein Überschuss eines der Mineralstoffe die Aufnahme des anderen vermindern kann.
Erscheinungsdatum: 05.03.2007
Ausgabe: MM-05-07
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