Sie schützen nicht nur vor Erkältungen, sondern auch vor Herzerkrankungen oder Krebs. Orangen, Zitronen und Co. sind mehr als Vitamin C-Quelle
Ob Orangen, Zitronen, Mandarinen, Pomelo, Kumquat oder Kiwi – derzeit haben Zitrusfrüchte Hochsaison. Dass die Früchte wegen ihres hohen Vita-min C-Gehalts das Immunsystem stärken und vor Erkältungen schützen, ist bekannt. So deckt schon eine Grapefruit oder 1,5 Orangen den durchschnittlichen Tagesbedarf von 75 mg Vitamin C.
Wertvoller Vitalstoff-Cocktail Weniger bekannt ist die Tatsache, dass in den grünen, gelben oder orangefarbenen Früchten zahlreiche weitere hochwirksame Inhaltsstoffe stecken. So haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Orangensaft allein min-destens 170 dieser wertvollen Substanzen enthält. Wie die einzelnen Pflanzenchemikalien wirken, ist noch nicht endgültig erforscht. Soviel ist jedoch sicher: Ihre spezifische Zusammensetzung macht die Früchte weitaus wirksamer als Vitaminpillen – Grund genug, täglich ein Glas frisch gepressten Orangensaft zu trinken oder eine Kiwi zu löffeln.
Schutz vor zahlreichen Krankheiten Die Kombination von Vitamin C und sekundären Pflanzenstoffen ist vermutlich auch der Grund, warum Zitrusfrüchte vor zahlreichen Erkrankungen schützen können. So konnten US-Forscher nachweisen, dass bereits eine zusätzliche Portion Obst pro Tag – vor allem Zitrusfrüchte oder -säfte – das Risiko eines Schlaganfalls um 20 Prozent verringert. Kanadische Wissenschaftler entdeckten, dass drei Gläser Orangensaft täglich das „gute“ HDL-Cholesterin verbessern. Die in Zitrusfrüchten reichlich enthaltene Folsäure verringert laut einer niederländischen Studie den Homocystein-Gehalt im Blut – eine Substanz, die im Verdacht steht, an der Entstehung von Herzerkrankungen beteiligt zu sein. Im weißen Fruchtfleisch und im schwammigen Gewebe unter der Schale stecken nach neuen Erkenntnissen Substanzen, die das Wachstum von Krebszellen hemmen. Tipp: Entfernen Sie das „Weiße“ nicht vollständig, sondern essen Sie es ruhig mit.
Richtiger Umgang mit Zitrusfrüchten Wichtig zu wissen: Vollreif geerntete Früchte enthalten die meisten Vitamine und Inhaltsstoffe. Verarbeitetes Obst nicht lange Sauerstoff aussetzen, da sonst der Vitamin C-Gehalt schnell sinkt. Auch starkes Erhitzen, etwa für eine „heiße Zitrone“ bei Erkältungen, zerstört einen Teil des Vitamin C. Wer Wert auf den vollen Vitamin C-Anteil legt, sollte Zitronensaft nur leicht erhitzen oder in kaltes Wasser geben. Zitrusfrüchte werden vor der Ernte häufig mit künstlichen Konservierungsstoffen wie Thiabendazol behandelt, um Schimmelpilzbildung vorzubeugen. Damit dieser Stoff beim Schälen oder Auspressen über die Hände nicht auf das Fruchtfleisch gelangt, die Früchte vor der Verarbeitung gründlich mit warmem Wasser waschen und anschließend trocken reiben. Wichtig: Auch die Kennzeichnung „unbehandelt" garantiert nicht automatisch Bio-Obst. Wer sicher gehen möchte, kauft Zitrusfrüchte aus kontrolliert biologischem Anbau.
Vorsicht bei Medikamenteneinnahme Seien Sie vorsichtig, wenn Sie Medikamente einnehmen. So enthalten Grapefruit- und Orangensaft das Flavonoid Naringin, das die Wirkung einiger Medikamente verändert. Besonders häufig sind diese Wechselwirkungen bei Antiallergika und Bluthochdruckmitteln, aber auch Chemotherapeutika (bei Krebs) und Immunsuppressiva (z. B. nach Transplantationen). Daher Arzneimittel am besten mit Wasser einnehmen.
Erscheinungsdatum: 15.01.2010
Ausgabe: MM-01-10
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