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Gut mit Vitamin D versorgt

Gut mit Vitamin D versorgt

UV-Licht gilt als die wichtigste Quelle. Dabei gilt jedoch: nicht übertreiben. Auch die zusätzliche Einnahme von Vitamin D kann sinnvoll sein

Obwohl es eines der wichtigsten Vitamine ist, wird sein Gesundheitsnutzen noch immer unterschätzt: Vitamin D, das eigentlich ein Hormon ist, hilft dem Körper, Kalzium aufzunehmen und trägt maßgeblich zur Knochenstärkung bei.

Ein Mangel an Vitamin D steht bei Kindern im Zusammenhang mit einer Verbiegung der Knochen (Rachitis), Knochenbrüchen bei Erwachsenen sowie Störungen der Muskelfunktion wie Muskelschmerzen und -schwäche oder Koordinationsstörungen. Zudem gibt es wissenschaftliche Hinweise darauf, dass ausreichend Vitamin D das Risiko für Tumorarten, wie Brust-, Dickdarm-, Eierstock- und Prostatakrebs, Infektionskrankheiten wie Tuberkulose oder Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes oder Multiple Sklerose senkt.

UV-Strahlen als natürliche Quelle
„Vitamin D wird unter dem Einfluss von UVB-Strahlen, die im Sonnenlicht im Sommer enthalten sind, in der Haut gebildet“, erklärt der Wiener Präventionsmediziner Dr. med. Johannes Gutwald. Aus diesem Grund wird Vitamin D auch als „Sonnenschein-Vitamin“ bezeichnet. Zudem kann es mit der Nahrung durch fettreichen Fisch (Lachs, Makrele, Sardinen, Aal) oder in mit Vita-minen angereicherten Lebensmitteln (Milch, Margarine, Getreideflocken) aufgenommen werden. Gemäß den Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegt die empfohlene Tagesdosis bei 5 Mikrogramm (µg) pro Tag für Kinder und Erwachsene sowie bei 10 µg täglich für Personen ab 65 Jahren. Allerdings ist es schwierig, den Bedarf über die normale Ernährung zu decken. Einfacher ist es, regelmäßig „Sonne zu tanken“. Dabei reicht es schon, wenn man seine Hände, Arme oder Gesicht zwei- bis dreimal pro Woche für 15 Minuten direktem Sonnenlicht aussetzt.

Nicht ungeschützt in die Sonne
Das Problem dabei: Gerade in den Sommermonaten hält man sich oft länger in der Sonne auf. Einerseits kann man so seinen Vitamin D-Bedarf decken. Setzt man sich jedoch ungeschützt der Sonne aus, steigt die Gefahr von Hautalterung oder Hautkrebs. Wer – je nach Hauttyp und Eigenschutzzeit – länger als zehn bis 20 Minuten in der Sonne bleibt, sollte daher immer eine Sonnencreme verwenden. Sonnenschutzmittel mit UVA- und UVB-Schutz blockieren allerdings UVB-Strahlen, die über die Haut die Vitamin D-Produktion anregen. Dies kann einen Vitamin D-Mangel begünstigen, wie auch Dr. Gutwald in seiner Praxis festgestellt hat. Der Mediziner hat bei Patienten, die angaben, dass sie sich gut vor der Sonne schützen, den Vitamin D-Spiegel gemessen. Dabei zeigte sich, dass mehr als jeder Zweite einen Spiegel unter der Norm hatte. Die restlichen Patienten wiesen einen Wert im unteren Normbereich auf.

Vitamin D einnehmen
Ein Ausweg könnte die Aufnahme von Vitamin D mit der Nahrung oder in Form von Vitaminpräparaten sein. „Gerade weil man nicht weiß, wie viel Sonne der Einzelne benötigt, um einen adäquaten Vitamin-D-Spiegel aufrecht zu erhalten, ist es sinnvoll, zusätzlich Vitamin D einzunehmen.“ Dr. Gutwald empfiehlt eine Dosierung von 1000 bis 2000 Einheiten täglich. Dabei sollte man gelegentlich, vorzugsweise im März oder April, seinen Kalzium- und Vitamin D-Spiegel kontrollieren lassen, um die Dosis anzupassen. Babies erhalten in der Regel 500-1000 Einheiten täglich. Nach Rücksprache mit dem Kinderarzt empfiehlt der Mediziner, Vitamin D Kindern durchgehend zu geben und nicht nach dem ersten Lebensjahr damit aufzuhören.

Erscheinungsdatum: 04.06.2010  Ausgabe: MM-11-10

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