Die „Powerknolle“ aus Fernost erfreut sich als Naturheilmittel wachsender Beliebtheit bei Übelkeit und anderen gesundheitlichen Beschwerden
Ingwer gehört zu den traditionsreichen Gewürzen der asiatischen Küche. Bereits vor 5.000 Jahren wurde Ingwer in alt-indischen Schriften unter der Bezeichnung „Ardrakam“ als natürliches Heilmittel erwähnt. Inzwischen ist die knorrige Wurzel (verwendet wird das Rhizom, der Wurzelstock) auch bei uns äußerst beliebt. Verantwortlich für die gesundheitsfördernde Wirkung sind vor allem ätherische Öle wie das Gingerol, die zugleich als Scharfstoffe dienen. Zingiber officinale, so der botanische Name des Ingwer, zeichnet sich durch einen süßlich pikanten, scharfen Geschmack aus. Der bei uns vorwiegend erhältliche chinesische Ingwer ist eher scharf, während der aust-ralische Ingwer ein feines und mildes Aroma besitzt. Die beste Qualität soll jedoch Ingwer aus Jamaika besitzen. Ingwer können Sie frisch in ganzen Stücken, getrocknet, gemahlen oder als kandierten Ingwer kaufen. Nicht nur indische, indonesische oder chinesische Gerichte erhalten hiermit den letzten Pfiff, sondern auch Süßes wie Marmelade, Kuchen oder Kekse. Für einen Tee werden 1 EL frische Ingwerwurzelstücke oder 1 Messerspitze fertiges Ingwerpulver mit 1 Tasse kochendem Wasser übergossen (5-10 Minuten zugedeckt ziehen lassen). Tipp: Würzen Sie mal schwarzen Tee mit dünnen Ingwer-Scheiben. Ingwer-Kapseln, alkoholische Lösungen sowie Ingwer-Öl erhalten Sie in Apotheken. Bei welchen gesundheitlichen Beschwerden die Gewürz- und Heilpflanze hilft:
- Übelkeit: Bewährt hat sich Ingwer als wirksame Naturarznei bei Reisekrankheit, morgendlicher Übelkeit bei Schwangeren sowie nach Operationen und arzneimittelbedingter Übelkeit. Seine Wirkstoffe entspannen die Magenmuskulatur und lösen Krämpfe und Verspannungen. Zudem verringert das Gingerol die Anzahl oxidativer Stoffe im Verdauungstrakt, die Übelkeit verursachen. Meist reicht eine Tagesdosis von 2 bis 4 Gramm oder eine entsprechende Zubereitung (z. B. Kapseln) aus. - Verdauungsstörungen: Ingwer wirkt auch hier besonders gut, weil er die Produktion von Verdauungssäften fördert. Er regt außerdem die Gallensaftproduktion an und erleichtert so die Fettverdauung. Bei akuten Beschwerden am besten 3-mal täglich vor den Mahlzeiten 20 Tropfen Ingwertinktur (1:5) einnehmen. - Herzerkrankungen: Die im Ingwer enthaltenen Gingerole sind von der chemischen Struktur her dem Aspirin sehr ähnlich. Dadurch können sie ein Zusammenklumpen der Blutplättchen verhindern und die Gefahr einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose) verringern. Flavonoide stärken zusätzlich die Blutgefäßwände. Einer dänischen Studie zufolge soll 5 g frischer Ingwer täglich das Thrombose- und Schlaganfallrisiko verringern. - Rheuma: Wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung ist eine Behandlung mit Ingwer auch bei rheumatischen Beschwerden, wie Schmerzen, Schwellungen und Gelenksteifigkeit, einen Versuch wert. Am besten regelmäßig ein Ingwerbad nehmen. Hierzu ein Stück Ingwer zerkleinern, in fast kochendem Wasser ziehen lassen und ins Badewasser geben. - Erkältungen: Das scharfe Gewürz fördert die Durchblutung der Schleimhäute im Mund- und Rachenraum und wirkt so Infektionen entgegen. Tipp: Mehrmals täglich ein Glas Ingwermilch trinken. Dazu 1 TL geriebenen Ingwer in 200 ml warme Milch geben und bei Bedarf mit etwas Honig süßen. Auch wer leicht friert, sollte regelmäßig Ingwer verwenden, da das Gewürz die Wärme-Rezeptoren im Magen und auf der Haut aktiviert.
Erscheinungsdatum: 05.02.2007
Ausgabe: MM-03-07
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