Eine Mittelohrentzündung
lässt sich in jedem vierten Fall ganz einfach vermeiden: durch Kaugummi kauen.
Zu diesem Ergebnis kam
eine aktuelle Auswertung dreier finnischer Studien durch die gemeinnützige
Cochrane Collaboration. Verantwortlich für den schützenden Effekt ist das darin
enthaltene Xylit. Schon länger ist bekannt, dass der Süßstoff Karies vorbeugt, indem er die Säureproduktion und das Bakterienwachstum
hemmt. Anscheinend hält er Bakterien auch davon ab, über Mund und Eustachische
Röhre ins Mittelohr zu gelangen, wie die Studien belegen. Darin erhielten 1.800
Kinder unter zwölf Jahren mehrmals täglich entweder Kaugummis, Lutschtabletten
oder Sirup mit oder ohne Xylit. Innerhalb von zwei bis drei Monaten traten insgesamt
473 Mittelohrentzündungen auf. In den Gruppen mit Xylit-Präparaten war die Rate
um 25 Prozent verringert. Am effektivsten schienen dabei Xylit-haltige Kaugummis
zu sein: In diesem Fall war die Erkrankungshäufigkeit um 41 Prozent reduziert,
mit den Lutschtabletten und Sirup nur um 20 Prozent. Wichtig zu wissen: Haben
Kinder bereits eine Mittelohrentzündung,
hilft Xylit nicht. (Cochrane
Review/Ärztezeitung)
Erscheinungsdatum: 02.12.2011
Ausgabe: MM-24-11 |