Medizin-News: Magnesium oft unnötig

Viele Menschen greifen zu Nahrungsergänzungsmitteln, um einer Unterversorgung vorzubeugen. Ganz weit vorne: Magnesium. Doch eine zusätzliche Zufuhr ist meist weder notwendig noch sinnvoll. Eine Überdosierung kann sogar zu gesundheitlichen Problemen führen, warnt Heidi Günther, Apothekerin bei der Barmer. Es stimme zwar, dass der Körper Magnesium nicht selber herstellen kann und dieser wichtige Mineralstoff daher zugeführt werden müsse. Allerdings geschehe das in der Regel über die Nahrung. Gute Magnesium-Lieferanten sind Fleisch, Fisch, Beeren, Milch, Tee, Kaffee und Vollkornprodukte.

Zudem führen magnesiumhaltige Präparate oft zu einer Überversorgung. Bei gesunden Menschen wird die überschüssige Menge problemlos über die Nieren wieder ausgeschieden. Dabei gilt eine zusätzliche tägliche Zufuhr von 250 Milligramm als tolerierbare Höchstmenge. Laut einer Stichprobe der Verbraucherzentralen sind jedoch sechs von zehn getesteten magnesiumhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln zu hoch dosiert. Mögliche Folge sind Durchfälle, Übelkeit und Erbrechen. Bei Nierenerkrankungen könne eine Überdosierung sogar lebensgefährlich werden, warnt Günther.

Für Menschen mit Hashimoto Thyreoiditis, Typ 2-Diabetes oder Asthma sowie Alkoholiker kann dagegen eine zusätzliche Zufuhr von Magnesium sinnvoll sein. Das gilt auch für diejenigen, die viel Sport treiben, oder Patienten, die Kortison oder Entwässerungsmittel einnehmen. Betroffene sollten in diesen Fällen mit ihrem Arzt oder Apotheker besprechen, ob ein magnesiumhaltiges Nahrungsergänzungsmittel notwendig ist.