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Sauber durch die Erkältungszeit

Viele Infekte lassen sich durch die richtige Hygiene vermeiden

Was tun wir nicht alles, um einer Erkältung zu entgehen: Wir nehmen immunstärkende Mittel ein, treiben Sport, achten auf eine vitaminreiche Ernährung und gehen in die Sauna.

So lobenswert diese Maßnahmen auch sind: Einen hundertprozentigen Schutz bieten sie nicht. Dabei lässt sich das Infektionsrisiko auch ohne großen Aufwand wirksam verringern.

Eine wichtige Rolle spielt Hygiene: Erkältungs-Viren werden vor allem durch Tröpfchen-Infektion über die Atemluft, etwa durch Husten oder Niesen übertragen. Sie lauern auch auf Gegenständen – insbesondere dort, wo viele Menschen aufeinandertreffen.

Werden diese nicht regelmäßig von den Handinnenflächen entfernt, können sie durch Berühren von Augen, Nase oder Mund an die Schleimhäute gelangen und so eine Infektion auslösen. Doch soweit muss es nicht kommen.

So kommen Sie sauber durch die Erkältungszeit:

Regelmäßig Hände waschen: Diese Maßnahme gilt als die effektivste Waffe gegen die Verbreitung von Krankheitserregern. Verwenden Sie zum Händewaschen stets etwas Seife und laufendes (warmes) Wasser.

Achten Sie darauf, dass Sie alle Stellen gründlich (mindestens 20 Sekunden) reinigen: die Innen- und Außenseiten der Hände, die Handgelenke sowie den Bereich zwischen den Fingern und unter den Fingernägeln. Spülen Sie die Hände gründlich ab, und lassen sie das Wasser gut abtropfen. Zum Schluss mit einem sauberen Hand- oder Papiertuch abtrocknen.

Taschentücher nur einmal benutzen: Wenn Sie sich die Nase putzen müssen: Werfen Sie benutzte Papiertaschentücher immer gleich weg, und reiben Sie nach Möglichkeit nicht mit den Händen im Gesicht herum. Ideal: Nach jedem Schnäuzen die Nase putzen.

Richtig husten und niesen: Benutzen Sie, wenn möglich, ein Taschentuch, das Sie vor Mund oder Nase halten. Falls dies nicht verfügbar ist: Anstatt in die Handfläche besser in den Ellenbogen husten oder niesen, da Sie die Erreger sonst leicht an andere Personen weitergeben.

Gegenstände häufig reinigen: Reinigen Sie mit anderen Personen benutzte Gegenstände regelmäßig mit Wasser und gegebenenfalls etwas Seife. So zeigt eine US-Studie der San Diego State University, dass vor allem Telefonhörer und Bürostühle, aber auch Computertastaturen und -mäuse mit Keimen verunreinigt sind.

Zahnbürste regelmäßig wechseln: Allgemein gilt: Alle drei Monate ist eine neue Zahnbürste fällig. Nach Erkältungen und grippalen Infekten tummeln sich die Erreger noch hartnäckig auf dem Putzwerkzeug. Benutzt man sie nach dem Auskurieren weiter, kann man sich erneut anstecken. Daher sollte man die Zahnbürste nach einem akuten Infekt sofort wechseln, so der Rat der Landeszahnärztekammern. 

Sind Desinfektionsmittel im Haushalt notwendig?

Zahlreiche Reinigungsmittelhersteller werben mit Bezeichnungen wie „wirkt zuverlässig gegen Bakterien“ oder „antibakteriell“.

Nach Auffassung von Experten des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Universität Freiburg sind antimikrobielle Inhaltsstoffe in Haushaltsreinigern unnötig, da sie nur gegen wenige Bakterienstämme wirken.

Zudem können fast alle antimikrobiellen Zusätze (nicht immer sind die Stoffe genau angegeben) Allergien verursachen. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät von der Verwendung antimikrobieller Produkte in Privathaushalten ab.