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Smart mit dem Smartphone umgehen

Die zunehmende Handy-Nutzungsdauer bereitet Psychologen Sorgen. Einfache Strategien, um nicht zum „Smombie“ zu werden

Bildquelle: fotolia

Dass es nicht mehr ohne geht, ahnen wir schon lange. Dennoch ist es erschreckend, was Wissenschaftler um Informatikprofessor Alexander Markowetz von der Universität Bonn herausgefunden haben: Im Durchschnitt aktivieren Smartphone-Besitzer ihr Handy 53 Mal (!) am Tag und kommen dabei auf eine Nutzungsdauer von zweieinhalb Stunden. Bei Jugendlichen sind es sogar drei Stunden täglich. Meist sind es Social Media-Anwendungen wie Facebook, WhatsApp und Spiele, mit der die Menschen ihre Zeit verbringen.

Unterbrechungen erschweren Konzentration

Psychologen betrachten diese Entwicklung zunehmend mit Sorge. „Die permanente Verfügbarkeit von Nachrichten, Informationen und Spielen bietet ein Ablenkungspotenzial, dem nicht jeder widerstehen kann“, sagt Professor Dr. Christian Montag von der Universität Ulm in der Fachzeitschrift „PiD Psychotherapie im Dialog“. Mögliche Folge seien Beziehungsprobleme oder Einbußen der geistigen Leistungsfähigkeit.

Zwar sei die reine Nutzungsdauer noch kein Hinweis auf eine „Handy-Sucht“, könne jedoch bereits auf einen Kontrollverlust hindeuten. Für  besonders problematisch hält der Ulmer Wissenschaftler das permanente Eintreffen von Nachrichten und die damit verbundenen Unterbrechungen. Gerade Dienste wie WhatsApp machten es nahezu unmöglich, sich über einen längeren Zeitraum auf eine Aufgabe zu konzentrieren. „Genau dies aber ist die Voraussetzung für produktives Lernen und Arbeiten“, erklärt Professor Montag. Nur ohne Unterbrechungen könne man einen „Flow“ erreichen – einen Zustand, in dem man Raum und Zeit vergisst, sich seiner Aufgabe völlig widmet und sich ihr gewachsen fühlt. Ständige Handy-Signale führten jedoch dazu, dass diese Phasen produktivsten und auch befriedigendsten Arbeitens und damit Glück kaum erfahren werden.

Smartphone-Konsum wirksam reduzieren

Für Professor Montag ist dies Grund genug, das eigene Handy-Nutzungsverhalten kritisch zu überdenken. Das gilt insbesondere dann, wenn man sich ständig durch das Gerät ablenken lässt oder unruhig wird, sobald es einmal nicht greifbar ist. Um nicht zum „Smartphone-Zombie“, kurz „Smombie“, zu werden, rät der Experte zu folgenden Maßnahmen:

  • Das Smartphone nicht als Uhr oder Wecker nutzen. Ansonsten besteht die Gefahr, gleich noch ein paar Nachrichten zu lesen und zu beantworten.
  • Das Handy während der Arbeit außer Reichweite legen und akustische Signale stumm schalten (gilt auch für Tablet und PC).
  • Während Wartezeiten (etwa an der Bushaltestelle) immer wieder Handy-Pausen einlegen. So fördert scheinbares Nichtstun die Kreativität und Problemlösungsfähigkeit.
  • In geselliger Runde nicht zum Smartphone greifen. Ansonsten gilt: Der erste, der dies tut, muss eine Runde ausgeben!

TIPP: Prof. Dr. Matthias Böhmer vom Institut für Informatik an der Technischen Hochschule Köln hat eine App entwickelt, mit der Nutzer ihr Smartphone- Verhalten überprüfen und regulieren können. Die „AppDetox“ für Android ist kostenlos im Google Play Store erhältlich. https://play.google.com/store

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