Stolperfalle Handy

Handynutzer, die gegen Schilder, Laternenpfähle oder andere Menschen laufen, sieht man auf Straßen und Gehwegen immer häufiger. Doch das kommt nicht von ungefähr: So zeigt eine Videoanalyse der Universität von British Columbia in Vancouver (Kanada), dass die Konzentration aufs Mobiltelefon Gleichgewicht, Koordination und Bewegung eines Fußgängers massiv beeinträchtigt.

Für die Studie montierten Mohammed Zaki und seine Kollegen Kameras an einer belebten Kreuzung in der Nähe der Thompson Rivers University in der Stadt Kamloops, British Columbia. Über einen Zeitraum von zwei Tagen nahmen sie die Bewegungen von 357 Fußgängern auf. Ergebnis: Mehr als ein Drittel der Fußgänger wurde von ihren Handys abgelenkt, sei es durch SMS oder Gespräche. Das führte zu Schwierigkeiten, die Gehgeschwindigkeit und den Gang beizubehalten. Das hatte wiederum zur Folge, dass die Probanden eher über Gegenstände, Gehsteigrisse oder Schlaglöcher stolperten.

Dazu kam: Personen, die ihre Telefone benutzten, benötigten deutlich länger, um eine Straße zu überqueren. Dies kann vor allem für ältere Handynutzer gefährlich werden – beispielsweise, wenn sich ein Fahrzeug nähert und sie nicht rechtzeitig reagieren können.

Die Forscher erklären dies mit der mangelnden Fähigkeit  zum Multitasking. So kann unser Gehirn nicht zwei Dinge auf einmal gut machen. Daher leidet eine Aufgabe. Um die Ablenkung und das Risiko im Straßenverkehr zu verringern, raten die Studienautoren, auf das Handy in dieser Zeit zu verzichten – insbesondere, wenn man sich gerade an einer Kreuzung befindet.

Die Studie wurde kürzlich online in der Zeitschrift Transportation Research Record veröffentlicht.