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Wie Sie Schnupfen richtig behandeln

Gegen den lästigen Schleim kann man viel tun. Bei Fieber und Schnupfen über drei Tage oder starken Kopfschmerzen gilt: den Arzt aufsuchen.

Beim Naseschnäuzen gilt: ja nicht zu viel Druck anwenden. ©underdogstudios/Fotolia
Beim Naseschnäuzen gilt: ja nicht zu viel Druck anwenden. ©underdogstudios/Fotolia

Jeder kennt ihn, keiner mag ihn: Schnupfen ist ein typisches und lästiges Symptom einer Erkältung. „Hierbei handelt es sich um eine virale Entzündung der Nasenschleimhaut. Durch den Virenbefall werden Epithelzellen geschädigt, es kommt zu einer Entzündungsreaktion, die die Schleimproduktion aktiviert. Damit versucht sich der Körper vor weiteren Viren zu schützen“, erklärt Dr. Jan Löhler, Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde aus Bad Bramstedt und Landesvorsitzender Schleswig-Holstein des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte.
Gute Nachricht: Schnupfen ist in den meisten Fällen harmlos und klingt nach einigen Tagen von selbst wieder ab. Dr. Löhler: „Wenn Fieber über 38,5 Grad Celsius ansteigt, die Beschwerden länger als drei Tage andauern oder starke Kopfschmerzen auftreten, sollte ein HNO-Arzt aufgesucht werden“. So kann mitunter eine Nasennebenhöhlenentzündung dahinter stecken, die ärztlich behandelt werden sollte. Was Sie selbst gegen Schnupfen tun können:

Abschwellende Nasentropfen- und Sprays: Bei verstopfter Nase bzw. behinderter Nasenatmung bringen abschwellende Nasentropfen und -sprays (z. B. mit den Wirkstoffen Xylometazolin, Oxymetalzolin) Erleichterung. Für Säuglinge und Kinder gibt es spezielle Präparate in altersgerechter Dosierung. Wichtig: Die Produkte maximal eine Woche lang anwenden, da sie die Nasenschleimhaut schädigen können.
Solelösungen: Nasenspülsalz (Apotheken, Reformhäuser) hat eine reinigende Wirkung auf die Schleimhäute. Alternative: Nasenspülung mit Kochsalz und Wasser selbst herstellen (1 Messerspitze Salz pro Nasenspülkanne). Regelmäßige Spülungen eignen sich gut zur Vorbeugung. Praktisch für unterwegs sind Meersalzsprays..
Inhalationen: Warmer Wasserdampf hilft, das Nasensekret zu lösen und die Nasenschleimhäute zu befeuchten. Salz, ätherische Öle (z. B. Menthol, Eukalyptus) oder Kräuter (z. B. Kamilleblüten) unterstützen die Wirkung. Komfortabler als eine Schüssel und ein Handtuch über dem Kopf sind Dampfinhalatoren (Apotheke). Über den Mund-Nase-Aufsatz werden die Schleimhäute der oberen Atemwege gezielt befeuchtet.
Homoöpathische Mittel: Sanfte Unterstüzung bringen z. B. Pulsatilla, Nux vomica oder Luffa. Auch eine Behandlung mit Schüßler-Salzen (z. B. Nr. 4) ist einen Versuch wert.
Viel trinken: Reichlich trinken (mindestens 1,5 Liter am Tag) hilft, den Schleim zu verflüssigen, sodass er leichter abfließen kann. Günstig sind gutes Mineral- oder Quellwasser, heißes Wasser sowie Kräutertees.

Schnupfen-Knigge:

  • Vermeiden Sie es, den Schleim hochzuziehen. Durch den negativen Druck kann das entzündliche Sekret in den Nebenhöhlen verbleiben und eine Nasennebenhöhlen- oder sogar Mittelohrentzündung verursachen.
  • Besser: Nase putzen. Dabei abwechselnd ein Nasenloch zuhalten und ohne großen Druck (kein Trompeten!) schnäuzen.
  • Nach dem Naseputzen Papiertaschentuch (kein Stofftaschentuch!) sofort entsorgen und möglichst die Hände waschen.