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Schwache Knochen durch ADHS-Medikamente?

Wenn Kinder und Jugendliche mit einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) Medikamente einnehmen, kann das langfristig ihr Osteoporose-Risiko erhöhen. So ergab eine aktuelle US-Studie einen Zusammenhang zwischen einer entsprechenden Therapie und einer verringerten Knochendichte. Die Forscher vom U. S. Army Institute of Surgical Research hatten die Daten von 5.315 jungen Patienten untersucht. Sie verglichen Kinder, die Methylphenidat, Dexmethylphenidat, Dextroamphetamin, Atomoxetin oder Lisdexamfetamin einnahmen mit Teilnehmern ohne solche Medikamente. Dabei zeigten die so behandelten Kinder eine geringere Knochenmineraldichte im Bereich des Oberschenkels und der Lendenwirbelsäule. Jedes vierte Kind unter ADHS-Medikamenten erfüllte die Kriterien für eine Osteoponie – eine Vorstufe zur Osteoporose. Nach Angaben von Studienleiterin Dr. Jessica Rivera ist ein Zusammenhang zwischen einer Osteoponie im Kindesalter und einer Osteoporose im späteren Leben zwar nicht endgültig bewiesen. Dennoch könnte eine verringerte Knochendichte in frühen Jahren langfristige Auswirkungen haben, glaubt die Forscherin. Bekannt ist, dass ADHS-Medikamente Magen-Darm-Probleme wie mit verringertem Appetit und Übelkeit auslösen können. Die dadurch bedingte schlechte Ernährung wiederum könnte die für die Knochen wichtige Kalzium-Zufuhr erschweren. Zudem können ADHS-Präparate das sympathische Nervensystem beeinflussen, das eine wichtige Rolle beim Knochenaufbau spielt. (American Academy of Orthopaedic Surgeons)