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So bleiben Kinderzähne gesund

Zweimal täglich zwei Minuten Zähne putzen heißt die Devise. Kinder sollten dafür eine auf ihr Alter abgestimmte Zahnpasta benutzen. ©Initiative proDente e. V
Zweimal täglich zwei Minuten Zähne putzen heißt die Devise. Kinder sollten dafür eine auf ihr Alter abgestimmte Zahnpasta benutzen. ©Initiative proDente e. V

Mit ein paar wenigen Maßnahmen können Eltern bei ihren Jüngsten die Grundlage für ein gesundes Gebiss schaffen.

„Zähneputzen ist blöd“. Wohl alle Eltern haben diesen Satz schon von ihren Sprösslingen gehört. Gut, wer sich davon nicht beeindrucken lässt. „Eltern können eine aktive Rolle bei der Mundgesundheit ihrer Kinder einnehmen“, sagt Dr. Stephen Mitchell, Direktor der Klinik für Kinderzahnheilkunde an der Universität von Alabama in Birmingham (USA). So lässt sich schon bei kleinen Kindern mit wenigen Maßnahmen die Grundlage für ein gesundes Gebiss schaffen.

Süßigkeiten: Karies ist die häufigste chronische Erkrankung von Kindern und viermal häufiger als Asthma, so Dr. Mitchell. Kritisch sind vor allem Getränke, die natürlichen (z. B. in Fruchtsäften) oder zugesetzten Zucker (z. B. in Limonaden) enthalten – insbesondere, wenn sie regelmäßig konsumiert werden. Daher rät Dr. Mitchell Eltern, die Zutatenliste genau zu studieren. Eine einfache Orientierung bieten die Kalorien-Angaben: Liegt der Gehalt pro Portion über 10 kcal, sollten Eltern vorsichtig sein. Wichtig auch: eine ausgewogene Ernährung mit Obst, Gemüse, Getreide, Proteinen und Milch dreimal am Tag. Sie liefert alle wichtigen Nährstoffe, sättigt und verhindert ständiges Naschen. Zuckerhaltige Getränke, Desserts oder Bonbons sollten etwas Besonderes bleiben. Daher höchstens 1- bis 2-mal am Tag geben.

Mundschutz: Ob beim Hockey, Basketball oder Inline-Skaten: Ein Schlag ins Gesicht oder ein Sturz ist schnell passiert. Nicht selten entstehen dadurch bleibende Schäden am Gebiss – etwa dann, wenn ein Schneidezahn abbricht oder ganz ausgeschlagen wird. Grund genug, bei Freizeitsportarten mit Schlag- und Sturzgefahr einen Mundschutz zu tragen. Am besten ist ein individuell angepasster Mundschutz. Diese Investition kann sich vor allem lohnen, wenn das Kind bereits alle bleibenden Zähne hat, so Mitchell. Sind dagegen noch die Milchzähne vorhanden, empfiehlt der Zahnarzt einen günstigeren „Boil & Bite-Mundschutz“ aus dem Sportgeschäft, der selbst angepasst werden kann. Auch der Mundschutz sollte sauber gehalten und wie die eigenen Zähne geputzt werden.

Schnabeltassen und Trinkflaschen: So beliebt sie bei den Kleinen auch sind: Durch ständigen Kontakt der Zähne mit zuckerhaltigen Getränken steigt das Risiko für den sogenannten Flaschen-Karies. Der US-Kinderzahnarzt rät daher, eine Trinkflasche oder Schnabeltasse nur zu den Mahlzeiten am Tisch zu verwenden. Keinesfalls sollten Kinder die Flasche oder Tasse ständig mit sich herum tragen oder sogar im Bett neben sich liegen haben.

Allgemeine Zahngesundheits-Tipps
Dr. Mitchell zufolge sollten Eltern die Zähne ihrer Jüngsten zweimal täglich zwei Minuten lang putzen und sich dabei auf die Übergangsflächen zwischen Zähnen und Zahnfleisch konzentrieren. Berühren sich Milch- oder bleibende Zähne, die Kontaktflächen und Zwischenräume am besten zusätzlich mit Zahnseide reinigen. Das Zähneputzen sollten Eltern so lange übernehmen, bis das Kind 6 oder 7 Jahre alt ist Sobald es die Bewegungen gut koordinieren kann, darf es selbst putzen. Aber auch dann sollten Eltern das Ergebnis weiterhin kontrollieren.